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Crowdfunding: Nachhaltig finanzieren

Geschrieben von: Bianka Bunde Montag, den 04. Mai 2015 um 16:40 Uhr

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Besonders für kleinere Unternehmen gestaltet sich die Finanzierung eines Projekts häufig schwierig, oftmals können Vorhaben nicht realisiert werden, weil das nötige Startkapital fehlt. Wo früher eine Bank einsprang, können sich Unternehmen heutzutage an eine neue Investoren-Quelle wenden: eine ganze Menschenmasse.

Das Crowdfunding, wie diese Finanzierungsmethode offiziell heißt, kommt seit einigen Jahren immer häufiger zum Einsatz. Dabei wird das Projekt auf einer entsprechenden Plattform vorgestellt und jeder, der es gerne verwirklicht sehen möchte, kann mit einer kleinen oder großen Finanzspritze nachhelfen. Für die Unternehmen dient die Plattform dabei nicht nur zur Gewinnung des Startkapitals, sondern gleichzeitig auch zum Austesten des Produkts auf dem Markt: kommt das Projekt bei den Crowdfundern gut an, spricht das auch für ein Interesse am Produkt an sich. Scheitert schon das Crowdfunding, könnte sich auch die spätere Vermarktung schwierig gestalten.

Besonders Projekte, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen, kommen auf den Crowdfunding-Plattformen gut an. So haben zum Beispiel die verpackungsfreien Lebensmittelläden in Berlin und Dresden ihr angestrebtes Startkapital und sogar noch mehr über das Crowdfunding-Portal Startnext erzielen können. Ähnlich erfolgreich lief auch das Crowdfunding für die „Earthbag" ab. Die multifunktionale Tasche, die als Rucksack, als Umhängetasche, als Shopper oder als Beachbag eingesetzt werden kann, besteht aus 100% Baumwolle und wird unter fairen Arbeitsbedingungen produziert. Auch bei diesem Crowdfunding-Projekt schoss die Finanzierung über das angestrebte Startkapital hinaus.

Ein Erfolgsfaktor des Crowdfundings ist sicherlich die Gemeinschaft, die sich unter den Unterstützern eines Projekts entwickelt. Schon mit einem geringen Beitrag kann jeder Einzelne sich als Teil dieser Gemeinschaft fühlen, ohne dabei ein finanzielles Risiko eingehen zu müssen – bei Nicht-Realisierung des Projekts erhält jeder Unterstützer sein Geld zurück. Die Crowdfunder halten über die Plattform außerdem Kontakt zum Unternehmen, erhalten Updates zum Projekt und sind dabei direkt am Schaffensprozess des Produkts beteiligt. Obendrauf gibt es noch ein gestaffeltes Belohnungssystem für die Unterstützer: für festgesetzte Spendenbeträge erhalten sie kleine Geschenke, bei höheren Spendensummen fallen auch die Giveaways größer aus. In vielen Fällen erlaubt ein gewisser Betrag auch, das fertige Produkt vor allen anderen in den Händen zu halten.

Das Crowdfunding wird immer beliebter: auch, wenn es das Bankenwesen wohl nie ablösen können wird, so stellt es doch eine echte Alternative zu einem Kredit dar. Darüber hinaus bietet es eine perfekte Plattform, um neue Ideen vorzustellen und diese bei genug Interesse am Projekt auch umzusetzen.